Hubschrauberbergungen werden immer teurer

Hubschrauberbergungen werden immer teurer

(kunid) Berg und Bike werden mehr und mehr zum Gefahrenort Nummer 1 – Hubschraubereinsatz oft inklusive. Die Kosten dafür nahmen in den vergangenen Jahren deutlich zu.

Schauen wir uns zuerst den Ist-Zustand an: Jedes Jahr ereignen sich in Österreich rund 780.000 Unfälle. Nahezu 75 % davon passieren in der Freizeit und beim Sport. Und die Covid-19-Krise spielt hier eine verstärkende Rolle! So viel zu den Fakten.

Experten orten außerdem eine Zunahme von Freizeit-, Sport- und Haushaltsunfällen, die nicht zuletzt auf ein sich veränderndes Freizeitverhalten aufgrund einer flexibleren Zeiteinteilung durch verstärktes Homeoffice zurückgeführt werden.

Schauen wir uns aber auch das Freizeitverhalten der Österreicher an. Bergsteigen und -wandern wird immer beliebter, was gerade in der Corona-Pandemie zu steigenden Unfallzahlen am Berg und im Gelände geführt hat: Unfälle durch vermehrte Aktivitäten am Berg und im alpinen Raum haben laut Bergrettung Österreich allein im Vorjahr zu mehr als 8.000 Einsätzen (im Schnitt 22 pro Tag) geführt und für 261 Menschen sogar tödlich geendet.

Bergungskosten steigen

Wenn ein Unfall noch dazu sehr schwer ist oder im unzugänglichen Gelände passiert, ist eine Hubschrauberbergung oft unumgänglich.

Und die Kosten dafür stiegen in den vergangenen Jahren an: Beliefen sich die durchschnittlichen Kosten pro Bergung im Jahr 2018 noch auf rund 3.000 Euro, so betrugen sie im Vorjahr schon 3.290 Euro, und heuer kostet ein Einsatz durchschnittlich rund 3.900 Euro.

Diese Kosten können je nach Einsatzdauer auch deutlich mehr als das Doppelte ausmachen.

„Es ist vielen Wanderern und Bikern nicht bewusst, dass sie ohne private Unfallversicherung selbst für die Kosten einer Helikopter-Bergung aufkommen müssen. Ein Unfall hat damit nicht nur gesundheitliche Konsequenzen, sondern ist oft auch mit großen finanziellen Auswirkungen verbunden“, warnt in diesem Zusammenhang Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung.

Nicht einmal jeder Zweite unfallversichert

Achtung: Nach Unfällen in der Freizeit oder im Haushalt ist eine medizinische Erstversorgung in Österreich zwar selbstverständlich, aber für Folgekosten kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht auf.

Und obgleich eine vernünftige private Unfallversicherung, inklusive Hubschraubereinsatz und Rückholkosten, für eine Einzelperson schon ab etwa knapp 18 Euro im Monat (für Familien ab ca. 30 Euro) zu haben ist, gibt es noch großen Nachholbedarf.

Denn diese Zahl ist erschreckend: Nicht einmal jede bzw. jeder Zweite im Land besitzt eine private Unfallversicherung. So kommt es auch immer wieder vor, dass Eltern nicht daran denken, ihre Kinder gegen die Folgen von Unfällen zu versichern.

Der Tipp von Experten lautet daher: Eine aktive Risikoanalyse vornehmen und dann entsprechende Versicherungsmaßnahmen für sich und seine Familie ergreifen. Dabei stehen professionelle Berater gern mit Rat und Tat zur Seite.