Rote Zahlen für die Krankenkassen

Rote Zahlen für die Krankenkassen

(kunid) Für 2015 erwartet der Hauptverband der Sozialversicherungs-Träger rund 130 Millionen Euro Verlust für die Krankenkassen. Verantwortlich dafür seien vor allem die geringeren Beitragseinnahmen durch die höhere Arbeitslosigkeit und die hohen Medikamentenkosten.

2014 erzielten Österreichs Krankenkassen bei einem Gesamtbudget von rund 16,4 Milliarden Euro insgesamt noch einen Überschuss von 88 Millionen. 2015 gibt es hingegen keine schwarzen, sondern rote Zahlen.

Im Februar dieses Jahres rechnete man noch mit einem Minus von 129 Millionen Euro für 2015, im Mai waren es bereits 137 Millionen Euro. Jetzt gehen die Prognosen des Hauptverbandes der Sozialversicherungs-Träger sogar von einem Minus von 129,3 Millionen Euro aus – bei einem Gesamtbudget von 17,2 Milliarden Euro. Die Ursachen für die angespannte Finanzsituation sieht der Hauptverbandschef Peter McDonald vor allem in den steigenden Medikamentenkosten und den sinkenden Beitragseinnahmen durch die steigende Arbeitslosigkeit.

Krankenkassen erzielen unterschiedlichste Ergebnisse

Mit 64,6 Millionen Euro Abgang wird laut Hauptverband die Wiener Gebietskrankenkasse den größten Verlust einfahren. Bei der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse und der Gebietskrankenkasse Oberösterreich wird ein Minus von 41,8 Millionen Euro beziehungsweise 23 Millionen Euro erwartet.

Der Tiroler Gebietskrankenkasse wird ein Finanzdefizit von 19,8 Millionen Euro vorhergesagt, für die Vorarlberger Gebietskrankenkasse und für die Salzburger Gebietskrankenkasse geht man von 1,5 Millionen Euro Minus aus. Ein Minus wird auch bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA) erwartet, konkret 33,3 Millionen Euro. Bei der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) rechnet man mit 3,6 Millionen Euro Abgang.

Ein leichtes Plus von 0,7 Millionen Euro soll es dagegen bei der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse geben. Auch die Kärntner Gebietskrankenkasse wird im Plus sein – und zwar mit 5,6 Millionen Euro. Die Burgenländische Gebietskrankenkasse bilanziert ausgeglichen. Für die Sozialversicherungs-Anstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), die 2014 noch im Minus war, werden für heuer 6,4 Mio. Euro Überschuss erwartet, bei der Sozialversicherungs-Anstalt der Bauern sollen es sogar 53 Millionen Euro sein.

Individuelle Absicherung im Krankheitsfall

Wie die Zahlen zeigen, haben viele gesetzliche Krankenkassen nicht zuletzt auch aufgrund steigender Arzneimittelkosten ein Finanzproblem. Doch auch der einzelne Bürger muss neben den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung noch diverse andere Kosten, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden, aus der eigenen Tasche zahlen.

Dazu gehören unter anderem Kosten für alternative Heilmethoden, für bestimmte Zahnbehandlungen und Zahnersatzlösungen wie Implantate, Mehrkosten für bestimmte Medikamente und Behandlungen und für eine Sonderklasse-Unterbringung im Spital. Und auch diese Kosten steigen. Wer unabhängig von den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung eine optimale Kranken- und Pflegebehandlung wünscht, ohne das eigene Budget stark zu belasten, kann allerdings privat vorsorgen.

Mit einer privaten Krankenversicherung lassen sich Gesundheitskosten, die normalerweise selbst getragen werden müssten, abfedern. Zudem bietet eine derartige Polizze auch sonst diverse Vorteile wie eine freie Arztwahl, vielfältige Präventionsangebote und Versicherungsschutz im Ausland. Je nach Vereinbarung hat man durch so eine Polizze auch Kostenschutz bei einem Spitalaufenthalt für die freie Wahl bei Arzt, Chirurg und Ein- oder Zweibettzimmer, die Option auf ambulante Operationen und/oder auch die Möglichkeit, beim eigenen kranken Kind in der Klinik zu bleiben.


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